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Das machte Hoffnung

31 Mrz

Das Interview führten wir mit Andreas W., ehemaliger Mitarbeiter des VEB Schwermaschinenbau (Kirow-Werke).

Herr W., wie haben Sie persönlich die Wendezeit erlebt?

Haben Sie an den Montagdemonstrationen teilgenommen?

Wurde unter den Kollegen über mögliche Veränderungen spekuliert?

Welche Hoffnungen hatten Sie selbst zu der Zeit?

Haben Sie sich über die neue Reisefreiheit gefreut?

(ls)

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Die Schlosser haben alle getobt

31 Mrz

Das Interview führten wir mit Andreas W., ehemaliger Mitarbeiter des VEB Schwermaschinenbau (Kirow-Werk).

Wie ging es nach der Wiedervereinigung mit dem VEB Kirow weiter?

Wie haben Sie sich gefühlt, als Ihnen gekündigt worden war?

Was haben Sie nach Ihrer Kündigung gemacht?

(ls)

Pfuschen ohne Ende

29 Mrz

Das Interview führten wir mit Günter L., ehemaliger Mitarbeiter im VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow.

„Ich weiß nicht, ob Sie das Wort Pfuschen kennen? Nebenbei arbeiten ist das. Es wurde in unserer Abteilung gepfuscht, was man pfuschen konnte, weil das dann das blanke Geld gewesen ist. Da wurde nebenbei für Autoschlossereien gearbeitet und und und. Das war für die ja auch immer schwierig. Die wussten oft selbst nicht, woher sie bestimmte Teile bekommen können und dann war das eben so: „Hilfst du mir, so helf ich dir.“ Wenn Sie in der DDR keine Kontakte hatten, war es schon ein bisschen schwer.“

Doppelter Vorschub ab halb vier

(cs)

Wohnungsverwaltung und Konsum im Werk

29 Mrz

Das Interview führten wir mit Günter L., ehemaliger Mitarbeiter im VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow.

Raus aus der Bruchbude

„Da war ein Konsum, der war direkt innerhalb des Betriebes. Und da gab es eben hin und wieder Apfelsinen. Da wurde dann auch immer an der Kasse gesagt: „Nee, also nur ein Beutel. Da will jeder was von haben.“

(cs)

Vom sicheren Arbeitsplatz in die unsichere Selbstständigkeit

29 Mrz

Das Interview führten wir mit Günter L., ehemaliger Mitarbeiter im VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow.

„Ein guter Freund von mir kam einmal zu mir an meine Maschine in der Abteilung bei Kirow und sagte „Mach die Karre aus! Der alte Rohrer hat sich mit seinem Sohn zerstritten. Du kannst seine Metallspritzerei übernehmen.“ Das war 1986. Oh, mir wurde es ganz anders, weil ich ja eine sehr gute Stelle bei Kirow hatte und von der Metallspritzerei null Ahnung. Da habe ich zwei Mal richtig mit mir gekämpft, 1987 und Anfang 1988. Aber ab dem Zeitpunkt der Kündigung beim Kirow-Werk gings mir dann richtig gut. Das habe ich allerdings bis 14 Tage vor Schluss für mich behalten, sonst hätte es nur Spötteleien unter den Kollegen gegeben. Die kannten doch die Bude auch so ein bisschen. Was für ein Loch das war. Ich habe wirklich in einem Loch angefangen.“

„Ich hatte bis dahin schon bei vielen Selbstständigen nebenbei gearbeitet und habe die dort schon immer gefragt, „wie geht denn das eigentlich alles?“ Dadurch wusste ich dann einigermaßen bescheid. Und meine Frau, die will immer alles bis auf den Grund wissen. Und das ist ja bei der Sache „Steuern“ usw. sehr wichtig. Ich bin da vollkommen blind, weil ich die Werkstatt am Laufen hielt. ich brauchte mich nicht zu kümmern, weil sie das alles okay gemacht hat. Und das hat uns dann für das eine Jahr DDR schon geholfen.“

Von Anderen lernen

„Zu DDR-Zeiten war es wirklich schwierig für die Selbstständigen. Es gab viele, die nebenbei was schwarz gemacht haben, denn von dem normalen Geld, was man als Selbstständiger in der DDR verdient hat, war es nicht allzu toll.“

(cs)

Kampfgruppen und Genossen

29 Mrz

Das Interview führten wir mit Günter L., ehemaliger Mitarbeiter im VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow.

„Es gab einen großen Parteisekretär in Kirow. Und dann wurde natürlich auch geworben. Und da ich kein so kleines Licht war in unserer Abteilung, war ich auch ab und zu dran. Aber ich habe immer gesagt, dass ich ohne die Partei auch zurecht komme.“

Die Betriebskampfgruppe im Werk

(cs)

Der Umbruch 1989/90

28 Mrz

Das Interview führten wir mit Günter L., ehemaliger Mitarbeiter im VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow.

„Ich bin von der ersten Demonstration auf dem Ring bis zur letzten mitgelaufen. Ich weiß noch, wie wir auf dem, damals noch Karl-Marx-Platz, gestanden haben. Da kam schon der Umzug vom Bahnhof hoch. Und die Rufe aus diesem Umzug, „Reiht euch ein! Reiht euch ein!“ Es war einerseits ein befreiendes Erlebnis, trotz der Gefahr durch die Kampfgruppen und die Polizei. Und andererseits, wusste man nicht, wie es dann weitergehen würde.“

„Ein ungewisses Gefühl war vorhanden, auch bei mir mit der Selbstständigkeit. Ich hatte einen guten Kundenzulauf, habe mir aber auch noch viele geholt, indem ich zu den Betrieben gefahren bin und denen gesagt habe, was ich vorhabe und machen will. Und das war für die manchmal auch befreiend, weil die wussten, „jetzt haben wir endlich eine Firma, wo man auch hingehen kann.“

„ Ich kann mich nicht direkt an etwas erinnern, was mir 1989/90 wirklich Angst gemacht hätte. Die größte Angst war, sich zu DDR-Zeiten selbstständig zu machen, denn sich in der DDR selbstständig zu machen, war immer schwierig. Und ich konnte das eigentlich auch nur machen, weil ich praktisch einen schon bestehenden Betrieb weitergeführt habe. Da sind sie besser dran gekommen, als wenn sie einen neuen Betrieb aufgemacht haben.“

„Auch die Währungsunion 1990 ging spurlos, ohne Probleme an uns vorbei. Nein, wir hatten da keine Probleme. Das lag aber auch daran, dass wir nicht die großen, ehemaligen VEBs beliefert haben, sondern die kleinen Kunden, die kleinen Privatschlossereien usw.“

„Man musste in dieser Zeit eben bereit sein, etwas neues zu lernen. Die 89er und 90er Zeit, da war das Lernen unbedingt nötig.“

(cs)