Vom sicheren Arbeitsplatz in die unsichere Selbstständigkeit

29 Mrz

Das Interview führten wir mit Günter L., ehemaliger Mitarbeiter im VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow.

„Ein guter Freund von mir kam einmal zu mir an meine Maschine in der Abteilung bei Kirow und sagte „Mach die Karre aus! Der alte Rohrer hat sich mit seinem Sohn zerstritten. Du kannst seine Metallspritzerei übernehmen.“ Das war 1986. Oh, mir wurde es ganz anders, weil ich ja eine sehr gute Stelle bei Kirow hatte und von der Metallspritzerei null Ahnung. Da habe ich zwei Mal richtig mit mir gekämpft, 1987 und Anfang 1988. Aber ab dem Zeitpunkt der Kündigung beim Kirow-Werk gings mir dann richtig gut. Das habe ich allerdings bis 14 Tage vor Schluss für mich behalten, sonst hätte es nur Spötteleien unter den Kollegen gegeben. Die kannten doch die Bude auch so ein bisschen. Was für ein Loch das war. Ich habe wirklich in einem Loch angefangen.“

„Ich hatte bis dahin schon bei vielen Selbstständigen nebenbei gearbeitet und habe die dort schon immer gefragt, „wie geht denn das eigentlich alles?“ Dadurch wusste ich dann einigermaßen bescheid. Und meine Frau, die will immer alles bis auf den Grund wissen. Und das ist ja bei der Sache „Steuern“ usw. sehr wichtig. Ich bin da vollkommen blind, weil ich die Werkstatt am Laufen hielt. ich brauchte mich nicht zu kümmern, weil sie das alles okay gemacht hat. Und das hat uns dann für das eine Jahr DDR schon geholfen.“

Von Anderen lernen

„Zu DDR-Zeiten war es wirklich schwierig für die Selbstständigen. Es gab viele, die nebenbei was schwarz gemacht haben, denn von dem normalen Geld, was man als Selbstständiger in der DDR verdient hat, war es nicht allzu toll.“

(cs)

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