Firmenporträt: VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow

14 Jan

Die Geschichte der Kirow-Werke begann mit der Gründung 1880 durch den Ingenieur Karl Richard Liebig als „Technisches Bureau und Maschinenbauanstalt“ in Reudnitz. Handaufzüge und Kranausrüstungen bildeten das Fertigungsprogramm, welches 1887 von 30 Beschäftigten bewältigt wurde.

Im selben Jahr wurde Gustav Unruh Teilhaber des Unternehmens welches infolge dessen in „Unruh & Liebig“ umbenannt wurde und Schuttgüter in sein Fertigungsprogramm aufnahm.

1896/97, nach Beginn der Fabrikation in Plagwitz an der Braustraße,  begann der Export nach Russland, Schweden, Dänemark und Holland. Eine wirtschaftliche Krise führte dazu, dass die „Peiniger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG“ das Unternehmen erwarb und es ab 1899 als Aktiengesellschaft weitergeführte.

Mit 200 Beschäftigten wurden ab 1900 Becherwerke, Kreisförderer, Bekohlungsanlagen, Aufzüge und Krane gefertigt. Im 1. Weltkrieg wurde das Werk der Kriegsproduktion angeschlossen und produzierte u.a. Munitionsaufzüge für Kreuzer und Schlachtschiffe. Es folgte 1916/1918 der Kauf der Firmen „Schuhmann & Co.“ in der Gießer-/ Ecke Naumburger Straße sowie „Backhaus & Langensiepen“.  Schließlich wurde 1919 eine KPD- Betriebsgruppe  gegründet. Hinzu kam 1928 eine Betriebszelle der Kommunistischen Jugend (KJVD).

Nach Ende der Weltwirtschaftskrise, die einen Beschäftigungseinbruch bewirkte, wurde 1933 ein Großteil der Betriebsräte und Mitglieder der KPD entlassen. 1940 setzte die Kriegsproduktion ein, im Zuge derer Munitionsaufzüge für Kriegsschiffe und Hochbunker, Panzerketten, U-Boot Teile und Eisenbahndrehkrane gefertigt wurden, wofür man bis zu 200 Kriegsgefangene einsetzte.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges fand eine Verstaatlichung und Enteignung des Unternehmens statt, es wurde von der SAG Podjemnik übernommen und unterstand bis 1954 als Aktiengesellschaft der Kontrolle der Sowjetunion. 1954 wurde der Betrieb an die DDR zurückgegeben. In der Herstellung konzentrierte sich der Betrieb zunächst auf Küchengeräte, landwirtschaftlichen Maschinen sowie die Reparatur von Aufzügen und Förderanlagen. Später wurde die Produktion von Laufkranen, Aufzügen, Greifern, Wagenkippern und Förderbändern auf den Weg gebracht.

Zwischen 1950 und 1953 fand der Ausbau sozialer und kultureller Angebote für die Werktätigen statt, wie die Errichtung einer Poliklinik, einer Werkküche und der Feriendienst. In dieser Zeit stieg die Zahl der Beschäftigten auf 4500 an.

Den Namen „VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow“ – nach dem Vertrauten Josef Stalins und Parteisekretär von Leningrad Sergei Mironowitsch Kirow – erhielt das Werk am 1.Januar 1953. Ab 1958 war es Teil des Kombinats TAKRAF (Tagebau-Ausrüstungen, Krane und Förderanlagen).  Des Weiteren fand in den 50ern ein Ausbau des Betriebs durch Anschluss der Grundstücke Naumburger Straße 25-31 und Makranstädter Straße 8  statt. Von den späten 50er Jahren bis zur Wendezeit wurden vorrangig Baukrane für die DDR und sozialistische Länder produziert und ab 1984 auch nach Argentinien und Spanien exportiert.

Nach der Privatisierung der DDR-Wirtschaft erhielt das Werk 1995 den Namen Kirow Leipzig AG bzw. 1997 Kirow Leipzig KE Kranbau Eberswalde GmbH nach Übernahme der Vulkan Kocks GmbH und deren Tochtergesellschaft  Kranbau Eberswalde GmbH. Am 6. Juli 2006 wurden 51% der Anteile an der LEOLINER Fahrzeug-Bau GmbH – seit 2007 HeiterBlick GmbH genannt – übernommen. Es handelt sich dabei um einen Hersteller für Straßenbetriebswagen in Leipzig, welcher mit den Leipziger Verkehrsbetrieben ein Joint-Venture bildet. Durch Übernahme sämtlicher Anteile an der Gesellschaft durch Kirow wurde die Privatisierung im Dezember 2010 abgeschlossen. An der 2007 gegründeten Ardelt Russland als Gesellschaft mit beschränkter Haftung in St. Petersburg hält Kirow Leipzig alle Anteile. Als Kirow Ardelt GmbH wurde diese Gesellschaft im Juli 2008 ins Handelsregister eingetragen.

(mf)

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